Heute bei dir. 
Update
Ausgabe #4 | 21.05.2021

Dieser Newsletter wird nicht richtig dargestellt? Du kannst ihn hier online ansehen

In aller Kürze: 

+++ Neuigkeiten aus den Basis-AGs +++
+++ Reviews im vollen Gange +++
+++ 3 Mythen zur Innovationsplattform aufgeklärt +++
+++ Wie begeistert man junge Menschen für Kirche? +++
+++ Wie "ticken" die jungen Generationen? +++ 


+++ Ausblick: Beiträge erbeten bis 28.05. +++

190 pixel image width






Liebe Leserin, lieber Leser,

 
Prinz William holt Luisa Neubauer. Die Evangelische Kirche wählt Anna-Nicole Heinrich als neue Präses an die Spitze der Synode. Jung, weiblich, entschlossen, zeigt eine junge Generation, dass sie die politische Zukunft und die der Kirche nicht den Babyboomern und deren Eltern überlassen will. Von politischen Positionierungen lasse sie sich nicht leiten, erklärte die 25-jährige Heinrich kurz nach ihrer Wahl. Wohl aber von den gesellschaftlichen Themen.
Das Leben als Kompass für die kirchliche Lehre? Oder die Lehre als Richtschnur für die Lebenswirklichkeit? An diesem Punkt entzündet sich landauf landab eine intensive und kontroverse Debatte. In den "Heute bei dir"-Basis AGs werden die Ergebnisse eines fruchtbaren Streitens und Ringens derzeit zusammengetragen. Wie sich Kirche in der Lebenswirklichkeit neu verorten lässt, bewegt die Köpfe. Bleiben Sie gespannt!

Herzlichst im Namen des Teams    


Marliese Kalthoff  

Leiterin Stabsabteilung Kommunikation & Mitglied der Lenkungsgruppe



 
Aus dem Prozess. 
Lenkungsgruppe.
Symbolbild Review

+++ Lenkungsgruppe besucht die Basis-AGs zum 3. Review +++

Gemeinsam den Blick nach vorne zu lenken –und damit auf die anstehenden Veränderungen und Entscheidungen für die Zukunft des Bistums und diese möglich zu machen: Das ist das Ziel der 3. Reviews der Basis-AGs, die in dieser Woche begonnen haben. Wie bereits zum Jahresende 2020 und im Februar und März diesen Jahres besuchen Mitglieder der Lenkungsgruppe alle Basis-AGs, um sich auf den aktuellen Arbeitsstand bringen zu lassen mit Blick auf den Auftrag und nachzuhören, wo es weiterer Unterstützung bedarf. Beim dritten Review wird es vor allem um einen tieferen Einblick in die aus der jeweiligen Basis-AG zu erwartenden Ergebnisse der Roadmaps gehen. Die Präsentation von Themen, Zielen und von Ideen zu Entscheidungsvarianten steht im Fokus. Nur so kann die Lenkungsgruppe den Fortgang des Prozesses weiter gut planen und führen. Auch für die Basis-AGs ist dieser Austausch wichtig. Zum einen als Selbstvergewisserung, ob sie die Zielsetzung ihres Auftrags erfüllen. Zum anderen perspektivisch, um Ideen und Prioritäten im Sinne eines wirksamen Prozesses zu prüfen. Schließlich werden alle Basis-AGs die Ergebnisse aus den vergangenen Monaten zum 30. Juni vorlegen und der Lenkungsgruppe für eine fundierte Entscheidung übergeben.

Autorin: Katharina Veltmann, Handlungsfeldkoordinatorin

Basis-AGs.
Symbolbild Wandel

+++ Geschlechtersensible Haltung: Im konkreten Kleinen die weltkirchliche Veränderung voran bringen +++

„Wir wünschen uns und sehen die Notwendigkeit, dass sich unser Bistum so entwickelt, dass es keine Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Sexualität und Lebensform mehr gibt“, so Bernhard Giesendorf, Mitglied in der Basis-AG 5 „Geschlechtersensible Haltung“. In ihrem aktuellen Ringen um die Ziele und Maßnahmenpakete behält die Basis-AG die Lösung der weltkirchlichen Fragen zu Frauen, Pflichtzölibat und Gleichberechtigung im Blick. Gleichzeitig will die Roadmap aber konkrete Ziele für das Bistum Aachen beschreiben, die schnell umgesetzt werden können. In den Diskussionen zwischen den Basis-AG-Mitgliedern wird immer wieder deutlich, dass Kirche vor Ort im Kleinen anfangen muss, neue Perspektiven zu entwickeln, um eine offene Zuwendung zu allen Menschen von außen erkennbar zu machen; ansonsten bleiben die weltkirchlichen Ziele auf Dauer weiter unerreichbar. In der aktuellen Phase der Zielformulierungen wird dies zum Beispiel im Themenkomplex „Sprache und Kommunikation“ deutlich: „Kommunikation in Wort und Schrift ist Ende 2026 im Bistum Aachen auf allen Ebenen und in allen Bereichen flächendeckend so gestaltet, dass niemand diskriminiert und ausgegrenzt wird.“ Das ist ein großes Ziel, welches aber umsetzbar wird, wenn die kleinen Schritte des Mentalitätswechsels so implementiert werden, dass der Wechsel erkennbar und vollziehbar wird. „Sprache schafft Wirklichkeit!: das will sich die Basis-AG an dieser Stelle zu Nutzen machen“, unterstreicht Katharina Veltmann, begleitende Handlungsfeldkoordinatorin der Basis-AG 5.

Autorin: Katharina Veltmann, Handlungsfeldkoordinatorin
Symbolbild Nachbarschaft

+++ Charismenorientierung im Ehrenamt: Von den Nachbarn lernen +++

Ulrike Gresse und Uschi Grab aus der Basis-AG 8 „Charismenorientierung im Ehrenamt“ führten ein aufschlussreiches Interview mit Barbara Sterzel, einer von 60 Hauptamtlichen in der Engagementförderung im Erzbistum Köln. Mit insgesamt 60 Projektstellen ist die „Ehrenamtsförderung“ im Jahr 2017 gestartet - befristet auf vier Jahre mit dem Anstellungsträger Kirchengemeindeverband oder Sendungsraum. 
Eine Entfristung von 40 Stellen ist durch das Erzbistum in Aussicht gestellt. Alle Stellen haben einen Beschäftigungsumfang von 50 % und werden durch eine Stabsstelle im Generalvikariat begleitet. Ursprünglich im Bereich der Theologie und Sozialpädagogik ausgeschrieben, wurden die Stellen multiprofessionell besetzt. Auf diese Weise kamen unter anderem auch Erzieherinnen und Erzieher und Bibliothekarinnen sowie Bibliothekare zum Einsatz. Alle Beteiligten wurden zu Beginn von Carola und Oliver Reifenhäuser nach dem „Praxisbuch Freiwilligenmanagement“ fortgebildet.

Was wird als Projektziel erwartet?

Das Projektziel markiert vor allem das Verändernde, das Neue, das „anders Kirche sein wollen“ und den Moment des Aufbrechens.

Wo liegen die Schwerpunkte?

Bei diakonischem Engagement, Kirchenentwicklung und Ehrenamtsentwicklung. Den eigenen Schwerpunkt legen die Stelleninhaber sozialraumorientiert fest, in Vernetzung, im Seelsorgeraum und mit der Stabsstelle im Erzbistum.
Welche Aufgaben stehen im Vordergrund?

In erster Linie geht es darum, neue Ehrenamtliche zu gewinnen und zu begleiten, Projekte anzuregen und zu unterstützen sowie Informationen weiterzugeben. Wichtiger Auftrag ist auch, in Konfliktsituationen zu vermitteln und Arbeitsfelder miteinander zu vernetzen. Grundsätzlich sollen die Rahmenbedingungen verbessert und die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements gefördert sowie ein Freiwilligenmanagement aufgebaut werden. Für alle Beteiligten ist besonders wichtig, dass Wünsche und Anregungen aufgenommen, Probleme benannt und Lösungen gesucht werden.

Welches Fazit zieht die Basis-AG 8?

Das Projekt hat sich gut etabliert und ermöglicht durch hauptamtliche Fachkräfte eine große Stärkung des Freiwilligenmanagements. Es entstehen viele nachhaltige Projekte mit hoch motivierten, freiwillig Engagierten. Diese werden motiviert, fortgebildet, charismenorientiert eingesetzt und wertschätzend wahrgenommen -gehört und gesehen. Altes darf bestehen bleiben und Neues wird initiiert und gefördert.

Autorin: Uschi Grab
Innovations-Plattform.

Mythen über die Innovationsplattform

„Die Innovationsplattform ist nur für „Heute bei dir“ und für die Basis-AGs da“ Nein, jede/r haupt-und ehrenamtlich Engagierte im Bistum Aachen kann mit uns zusammenarbeiten, aktuell sind wir beispielsweise mit zwei GdGs, einem Regionalteam, der Betriebsseelsorge und der „Initiative Respekt“ unterwegs.

„Die Innovationsplattform ist gleich dem Mixbecher“
Menschen, die etwas in der Kirche verändern wollen zu vernetzen - wie im Mixbecher - ist nur ein Teil unseres Auftrags. Darüber hinaus probieren wir Ideen aus, wie zum Beispiel eine Website für Heiratsinteressierte zur Unterstützung ihrer kirchlichen Trauung aussehen kann. Wir suchen mit euch Lösungen für Probleme. Zum Beispiel unterstützen wir eine GdG, vom Nachdenken über die Zukunft ins Handeln zu kommen. Wir sind für euch da mit unseren acht Köpfen und dem Wissen aus Theologie, Informatik, Verwaltungswissenschaft, Produktentwicklung und Gründungsforschung.

„Die Innovationsplattform macht abgedrehte Sachen mit Wirtschaftsvokabular“
Wir können handfest: mit einer Basis-AG ihre Ziele strukturieren oder in unserem Projekt für ausländische Arbeitskräfte in der häuslichen Pflege diakonisch arbeiten. Für uns stehen die Menschen, für die oder mit denen ein Projekt gemacht wird, methodisch im Mittelpunkt. Jemand soll etwas davon haben –und dieser jemand besteht im Idealfall aus möglichst vielen Menschen an unterschiedlichen Orten.

Autor: Christoph Lohschelder
Best Practice.

Wo werden Themen und Anliegen des Prozesses bereits konkret gelebt?


Ein digitaler Seelsorgekurs für schwierige Gespräche 

Seelsorgekurs
Die Pandemie hat viele Menschen sehr belastet. Oft sind Gespräche im persönlichen Umfeld die einzige Möglichkeit, die eigenen Sorgen auszudrücken. Im Bistum Aachen ist seit dem ersten Lockdown im Jahr 2020 das Projekt „Jetzt Mutmachen“ entstanden. Dieser Erste-Hilfe-Kurs für mutmachende Gespräche unterstützt bei Krisengesprächen mit den eigenen Freunden und Bekannten. Er ersetzt keine professionelle Beratung oder gar Therapie, sondern befähigt Menschen, füreinander Seelsorge zu gewährleisten. Auf der Webseite www.jetzt-mutmachen.de sowie unter @jetztmutmachen bei Instagram finden sich leicht teilbare Tipps für verschiedene Situationen. Neben einigen Grundlagen zur Gesprächsführung, gibt es auch Empfehlungen für besondere Anlässe wie Trauer oder Zukunftsangst.  

Autor: Christoph Lohschelder  


Du kennst ein anderes Beispiel?


Best Practice Beispiel einreichen
Folge uns auf Social Media!

facebook instagram youtube


Atempause.

Geistlicher Impuls.

aufbruch
stehen bleiben geht nicht
es drängt
innerlich wie äußerlich
du gott des aufbruchs
begleite uns
im fragen suchen hoffen
führe uns in das land
das du für uns verheißenhast

Heute...
...auch bei jemand anderem?
Wenn du magst, leite das Heute bei dir.Update gern an deine Familie, Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen weiter. Wurde dir dieser Newsletter weitergeleitet, dann kannst du ihn hier kostenlos abonnieren.
Zitat der Woche:
 
"Die Predigt wird in verschiedenen Formen zu verschiedenen Anlässen von Frauen und Männern ausgeübt. Zur Predigttätigkeit gehören der persönliche Glaube, eine rhetorische und homiletische Ausbildung und die Beauftragung durch den Bischof. Im Bistum Aachen gibt es hauptamtliche Frauen und Männer in den pastoralen Berufen, die einen Predigtauftrag haben, darüberhinaus auch ehrenamtliche Frauen und Männer, die im Auftrag des Bischofs tätig sind bei Wortgottesdienstfeiern und Bestattungsfeiern. Die Predigt in der Eucharistiefeier ist zur Zeit den Priestern und Diakonen vorbehalten. Die Anfrage, ob diese Festlegung geweitet werden kann, gehört zu den Fragen, die im Synodalen Weg behandelt werden." 

Bischof Dr. Helmut Dieser
Zahl der Woche:


32,2 Millionen

Menschen sind konfessionslos und andersgläubig in Deutschland. 
Quelle: Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland
Weiterdenken. 
Debatte & Streit.
logo Kirche wählen

Positive Entwicklungen mitgestalten – warum denn nicht?!

Im vergangenen Newsletter hatten wir einen Blick auf die anstehenden Gremienwahlen im Bistum Aachen geworfen. Am 6. und 7. November werden die Räte der Gemeinschaften der Gemeinden sowie die Kirchenvorstände gewählt. Und das ist dieses Mal besonders spannend: In der nächsten Phase des „Heute bei dir“-Prozesses, in der die Ergebnisse aus den Basis-AGs umgesetzt werden, kommt den gewählten Gremien eine entscheidende Rolle zu. Es lohnt sich also nicht nur von seinem Wahlrecht Gebraucht zu machen, sondern auch, sich selbst zur Wahl zu stellen.
Warum?

Darum:

- Ihr gestaltet die nächsten (Veränderungs-)Schritte mit.

- Ihr wirkt an positiven Entwicklungen mit.

- Ihr bringt relevante kirchliche und gesellschaftliche Themen nach vorne.

- Ihr gestaltet aktiv die pastoralen Räume mit.

- Ihr seid das Gesicht der Kirche am Ort, macht sie lebendig und glaubwürdig.

Und jetzt sind wir auf der Suche nach Euch! Über den Sommer bis in den November hinein plant die Stabsabteilung Kommunikation eine kleine Kampagne mit Menschen, die sich bereits in Räten engagieren und dieses Engagement auch weiter führen wollen. Und mit Menschen, die sich in diesem Jahr zum ersten Mal dazu entschließen, sich zur Wahl zu stellen. „Ich engagiere mich, weil....?“ lautet dabei die Frage. Wenn Ihr also jemanden kennt, der gerne bei dieser Kampagne mitmachen möchte, oder Du vielleicht selbst engagiert bist in einem Gremium und Dich beteiligen möchtest, nimm doch einfach Kontakt zu uns auf. Schickt uns eine E-Mail an kommunikaton@bistum-aachen.de, wir melden uns dann bei Euch!

Bilder, Texte, Videos der kleinen Wahlkampagne werden verwendet für die Öffentlichkeitsarbeit des Bistums Aachen, die Homepage sowie die Social-Media-Kanäle.

Autorin: Anja Klingbeil
3 Fragen an...

...Pfarrer Erik Pühringer, Leiter der GdG St. Barbara, Mechernich

Wie lassen sich Jugendliche und junge Erwachsene für die katholische Kirche begeistern?

Eine nachhaltige Begeisterung ist in meinen Augen nur möglich, wenn den Jugendlichen Räume zur eigenen Gestaltung zur Verfügung gestellt werden, in denen sie sich ausprobieren und „Fehler“ machen dürfen.
Zusätzlich muss die Begegnung mit den Jugendlichen auf Augenhöhe geschehen und sie nicht für die Ideen Hauptamtlicher instrumentalisiert werden, das heißt beispielsweise, dass die Jugendlichen den Gottesdienst selber gestalten (ausgehend von den Bibeltexten des Tages) und ein Glaubenszeugnis ablegen und nicht ich ihnen Thema, Ideen etc. liefere, die sie dann mehr oder weniger verwirklichen. Um diesen Punkt zu erreichen, braucht es immer eine stete Ermutigung und ein Zu-und Vertrauen für die Jugendlichen, damit sie sich den ihnen zur Verfügung gestellten Raum auch aneignen und nutzen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um mehr gemeinsame Entscheidungen von Klerikern und Laien auf Augenhöhe zu treffen?

Es muss eine wirkliche Augenhöhe gewollt sein und (vor-)gelebt werden. Das geht letztlich nur, wenn die hierarchische Macht der Kirche genutzt wird zur Befähigung von Laien! Das bedeutet die Bereitschaft der Kleriker, letztlich auf jede Macht zu verzichten, da ansonsten keine Augenhöhe mehr besteht. Das hierarchische Amt der Kirche ist, wenn ich die biblischen Texte richtig verstehe, von Jesus als ein Dienstamt beschrieben, der Kleriker sollte daher ein Bruder unter Geschwistern sein, aber auch ein Mittler zwischen Gott und Mensch, der die unendliche und grenzenlose Liebe Gottes zu allen (vor-)lebt.
Wie könnte ein pastorale Verstärkung vor Ort in den Gemeindenaussehen?

Die Frage nach einer pastoralen Verstärkung vor Ort in den Gemeinden halte ich für nicht zielführend, da dann immer noch in den alten Denkmustern gedacht wird -pastorales Leben in den Gemeinden ist von Hauptamtlichen oder Einzelpersonen abhängig. Das funktioniert nicht und hat vermutlich noch nie wirklich funktioniert. Das pastorale Leben, das Glaubensleben vor Ort in den Gemeinden ist davon abhängig, in wie weit sich die Gläubigen, die vor Ort in den Gemeinden leben, in die Glaubensgemeinschaft aller, die Kirche, einbringen und beteiligen. Jeder Christ ist von Jesus gerufen und berufen, seinen Glauben zu leben und weiterzugeben, denn nur er kann das, was er selber erlebt und erfahren hat, anderen erzählen. Im gemeinsamen Austausch untereinander über den Glauben, den jeder für sich anders erlebt hat und lebt, wächst der eigene Glaube durch das, was andere sagen, wenn die unterschiedlichen Erfahrungen eines jeden einzelnen nebeneinander stehen dürfen. Diese Form der gegenseitigen Bereicherung führt letztlich zu einem neuen alten Verständnis von Kirche (Versammlung der Gläubigen) und kirchlichen Leben, die eine pastorale Verstärkung überflüssig macht.
Nachgefragt.

Welche Denkweisen und Erwartungshaltungen bringen die jungen Generationen mit, Frau Siegers?

Frau Siegers, Sie sind Leiterin des neu geschaffenen Fachbereichs Personalgewinnung. Der „Heute bei dir“-Prozess denkt Veränderung in der Kirche auch speziell im Hinblick auf die jungen Generationen. In der Gewinnung von qualifiziertem Personal ist die Ansprache dieser Zielgruppen ihr Tagesgeschäft. Was sind die wesentlichen Unterschiede in der Haltung zu früheren Generationen wie den Babyboomern (Jahrgang 1950-1965) oder der Generation X (Jahrgang 1965- 1980)?

Wenn ich mir die Generation Y (1980-2000) anschaue, zu der ich selbst gehöre, ist es wichtig, sinnstiftend zu arbeiten. Es geht darum, Dinge und Prozesse in Frage stellen zu dürfen und vor allem Beruf und Privatleben gut miteinander zu vereinbaren. Zudem ist eine Führungsposition und ein Jobtitel nicht mehr so wichtig, sondern eher eine Projektverantwortung, eine selbst bestimmte Karriere und Weiterentwicklung in der Organisation, in der man arbeitet. Das Internet ist hier bereits ein unabdingbares Medium. Die Generation Z (ab 2000) zeichnet sich dadurch aus, dass sie immer online ist und Instant-Feedback benötigt. Letzteres gibt es ja schließlich auch immer direkt in den sozialen Medien. Also braucht es dieses schnelle Feedback und ein Feiern von Erfolgen auch im Berufsleben. Auf Bewerbungen und Arbeitsergebnisse sollte schnellstmöglich reagiert werden - anders als bisher. Die Generation Z setzt auf Familie, Erfahrungen und Empfehlungen der Familienmitglieder. Diese Generation ist auch daran interessiert, nicht als “jüngstes” Teammitglied hinten an zu stehen, sondern hier braucht es ein gut gestaltetes Generationenmiteinander und das am besten auf Augenhöhe. Hier kann das Motto nicht lauten: “Lehrjahre sind keine Herrenjahre”, wie es früher immer so schön hieß. Diese Generation ist immer zum Absprung bereit und hält die Augen offen nach besseren Jobalternativen. Gleichzeitig sucht die Generation Z aber auch maximale Sicherheit. Es wird eine Herausforderung, diese Generation langfristig an einen Arbeitgeber zu binden. Der Grund: Hier wird es deutlich unwahrscheinlicher als beispielsweise bei den Babyboomern, dass jemand bis zur Rente bei einem Arbeitgeber bleibt. Eine Ausnahme wäre ein ausreichendes Angebot an Entwicklungsmöglichkeiten.

 

Was bedeutet das konkret für Ihre Arbeit? Wie muss sich Kirche präsentieren, um attraktiv für die jungen Generationen zu sein?

An erster Stelle steht in meiner aktuellen Arbeit die Ausgestaltung einer Arbeitgebermarke. Dazu gehört auch die Erstellung einer Karriereseite. Sie sollte gut auffindbar und auf einen Blick und auf allen mobilen Endgeräten gut lesbar sein. Zudem sollte die neue Karriereseite alle relevanten Informationen über das Bistum Aachen als Arbeitgeber beinhalten und Auskunft darüber geben, welche Jobmöglichkeiten es bei uns gibt. Wichtig ist hierbei eine starke Bildsprache, um die Erfahrungen von vorhandenen Mitarbeitenden abzubilden und unser Plus als Arbeitgeber passend zu den eben genannten Generationen gut heraus zu arbeiten. Und es braucht unbedingt eine enge Verzahnung und Verknüpfung mit den sozialen Medien und Austauschmöglichkeiten mit potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern. Wichtig ist insgesamt zu transportieren, dass wir als Arbeitgeber viel mehr zu bieten haben als man zunächst meint. Viele Menschen denken beim Bistum Aachen als Arbeitgeber an Berufe im pastoralen Dienst, dabei gibt es eine Vielzahl an anderen Jobmöglichkeiten. Vielen ist auch nicht klar, dass wir in der Region einer der größten Arbeitgeber sind. Wir kämpfen natürlich mit dem beschädigten Vertrauen in die Kirche aufgrund der Missbrauchsfälle, mit den hohen Anforderungen an die Lebensführung durch die Grundordnung für bestimmte Berufsgruppen und dem Bedeutungsverlust von Kirche insgesamt. Ich denke aber, dass das Bistum Aachen mit der Aufarbeitung und mit dem "Heute bei dir"-Prozess die richtigen Zeichen setzt und wir als Arbeitgeber durch viele Benefits punkten können, wie beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mobiles Arbeiten, flexible Arbeitszeitgestaltung und das Miteinander.

Kann man aus den Ansprüchen an die Kirche als Arbeitgeber auch Ableitungen für ehrenamtliches Engagement ziehen? Wenn ja, welche?

Erst einmal geht es in meinen Augen darum, dass die Generationen überhaupt von Kirche begeistert und erreicht werden. Denn viel weiter gedacht, braucht es für junge Leute andere Formate als beispielsweise den klassischen Gottesdienst oder die Jugendgruppe, die sich regelmäßig trifft. Es braucht vor allem auch digitale Formate und eine authentische Präsenz in den sozialen Medien. Und wenn diese jungen Menschen dann da sind und sich ehrenamtlich engagieren und einbringen wollen, dann sollte es vor allem viele Gestaltungsmöglichkeiten und ein gut gestaltetes Miteinander der verschiedenen Generationen geben. 


Daten & Fakten.
22,6 Millionen 
Katholikinnen und Katholiken* 

20,7 Millionen
Protestantinnen und Protestanten*

4,3 Millionen  
Muslima und Muslime* 

1,5 Millionen  
Mitglieder Orthodoxer Kirchen*
897.000 
Mitglieder Evangelischer Freikirchen und anderer christlicher Kirchen* 

100.500 
Jüdinnen und Juden*

*Anteil an der Wohnbevölkerung in Deutschland
Quelle: Kirchliche Statistik 2019 Bistum Aachen, Forschungsgruppe Weltanschauungen in DeutschlandZentralrat der Juden in Deutschland
Zu guter Letzt.
Kinderkiste

Kinder früh stark machen

Die „Starke Kinder Kiste!“ der deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel etabliert sich aktuell bundesweit als erfolgreiches Präventionsprogramm für Kitas in Deutschland, um Kinder möglichst früh gegen sexuellen Missbrauch zu stärken. Jetzt kommt die rote Schatzkiste auch in das Bistum Aachen. Die Deutsche Kinderschutzstiftung hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, die „Starke Kinder Kiste!“ bundesweit in 5.000 Kitas zu bringen und damit insgesamt 500.000 Kinder zu erreichen.
Die „Starke Kinder Kiste!“ und das „Echte Schätze-Präventionsprogramm“ bieten den Kita-Fachkräften die Möglichkeit, mit den Kindern zusammen die wichtigen Präventions-Prinzipien spielerisch zu erarbeiten. Aus diesem Grund hat der Bereich Prävention im Bistum Aachen, Kitas dazu aufgerufen, sich an dem Projekt zu beteiligen.
20 Kisten sind bereits in die Kitas geliefert worden. Das Bistum Aachen ist nach Aussage des Geschäftsführers der Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel, Jerome Braun, das erste Bistum, das diese Kooperation eingeht. Aktuell gibt es 344 katholische Tageseinrichtungen, in denen rund 18.400 Kinder von ca. 4.500 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut werden.
Fehlt hier etwas?
Hast du Anregungen, Lob, Kritik oder ein Thema, über das wir berichten sollen? Dann schreib uns gerne eine Mail an:
Weiter geht es auf Social Media!

facebook instagram youtube


Der nächste Newsletter...

... erscheint am 04.06.2021.

Vielleicht ja auch mit deinen Inhalten?

Wenn du einen Beitrag zum Thema "Heute bei dir" veröffentlichen möchtest, schick diesen bitte bis zum 28.05.21 an: newsletter@heute-bei-dir.de
 
Beiiträge können sein: Veranstaltungshinweise, Leitfragen mit Resonanzwunsch, Vorstellung deiner Arbeitsgruppe, Beispiele aus oder Einblicke in die aktuelle Arbeit etc.

Alle Beiträge bitte im Format DOC oder ODT; Fotos als JPG (min 300 dpi).
Die Redaktion behält sich vor, Beiträge redaktionell zu bearbeiten und Veröffentlichungen zu terminieren. Verantwortlich für den Inhalt sind die jeweiligen Autorinnen und Autoren der Beiträge.
Für Rückfragen oder Rückmeldungen nutze bitte ebenfalls die o.g. E-Mail-Adresse.
Inhalt beisteuern (Mail)
Was ist der "Heute bei dir"-Prozess?

Der "Heute bei dir"-Prozess ist ein Veränderungsprozess im Bistum Aachen, der zur Beteiligung einlädt. Im gemeinsamen Gespräch zwischen Gläubigen, Experten und kirchlichen Mitarbeitenden werden konkrete Handlungs-Impulse entwickelt, um eine Kirche der Zukunft wahrwerden zu lassen. Der Begriff "Heute bei dir" geht auf die Begegnung Jesu mit dem Zöllner Zachäus zurück, bei welchem Jesus einkehrt. Er drückt das Anliegen aus, als Kirche aktiv auf die Menschen zuzugehen und in ihrer Lebenswirklichkeit einzukehren. 

Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.
Bistum Aachen - Herausgeber: Lenkungsgruppe (V.i.S.d.P.) - Redaktion: Koordinationsbüro & Kommunikation Bistum Aachen
Klosterplatz 7
52062 Aachen
Deutschland

0241 452 556
newsletter@heute-bei-dir.de

 


 

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.