Heute bei dir. Update
Sondernewsletter
Ausgabe #[1]/2022

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In aller Kürze: 

+++Synodalkreis stärkt Pastorale Räume +++
+++ Neue Gestaltungsspielräume für Leitungsmodelle +++
+++ Partizipation glaubwürdig umsetzen +++
+++ Katrin Hohmann und Martin Tölle im Interview +++

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

 

Es wurde engagiert gerungen am vergangenen Samstag. Wort für Wort. Satz für Satz gab das 17-köpfige Gremium dem komplexen Text den letzten Feinschliff. In mehreren Sitzungen hatte der Synodalkreis die Ergebnisse der BAG 3, die sich mit den Pastoralen Räumen beschäftigt hat, intensiv und unter Einbeziehung vielfältiger Expertise beraten. Ende März soll die vorläufige Beratungsvorlage im Plenum der Synodalversammlung vorgestellt werden. Zuvor wird der Kreis noch einmal eine einordnende Gesamtschau aller erarbeiteten Vorlagen vornehmen.

Eine wichtige Botschaft vorweg: Der Synodalkreis will die Pastoralen Räume künftig gestärkt sehen. Neue Orte von Kirche, Nähe, lokale Verbundenheit sollen Raum für ein wirksames pastorales Angebot für Interessierte und Gläubige bieten. Die Inhalte und Wege dorthin sind komplex und ambitioniert. Gültig werden sie dann, wenn sie, so sehen es die Regeln vor, zunächst mit den Vertreterinnen und Vertretern der Diözesanen Räte diskutiert werden. Anschließend werden sie kirchenrechtskonform im Diözesanpriesterrat und Diözesanpastoralrat abschließend besprochen. Danach dem Diözesanrat der Katholiken zur Stellungnahme vorgelegt. Ist das erfolgt, wird Bischof Helmut Dieser endgültig entscheiden.

Zur Erinnerung: Den Prozess hatte er unter anderem mit den Worten eröffnet: "Ich möchte nicht mehr allein entscheiden."

Die wichtigsten Eckpunkte der Beratungsvorlage wollen wir den Leserinnen und Lesern dieses Newsletters natürlich nicht vorenthalten. Sie reihen sich nahtlos in die Richtungsentscheidungen ein, die der Kreis an anderer Stelle vorgenommen hat. Mehr Beteiligung von Haupt- und Ehrenamtlichen in neuen Führungs- und Leitungsmodellen, keine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, sexueller Identität und Lebensform in kirchlichen Diensten und die Festlegung, die Gleichberechtigung von Frauen weiter zu forcieren. Ein spannender Change-Prozess, der mobilisieren kann und Freiraum für kreative neue Glaubensangebote schafft.

Der weit- und tiefgreifende Transformationsprozess wird zwangsläufig auch strukturelle Veränderungen nach sich ziehen. Warum diese Sinn machen, wie sich das auf die Nachhaltigkeitsbilanz auswirkt und wo gemeinsamer Elan gefragt ist, dazu haben wir die Perspektive von Katrin Hohmann und Martin Tölle eingeholt. Die Pastoralreferentin und der Ökonom des Bistums beraten von Anfang an Samstag für Samstag intensiv mit.

Bleiben Sie bewegt und weiter in Bewegung.

Gemeinsam. Vernetzt. Für morgen.

Herzlichst, 

Marliese Kalthoff  
Leiterin Stabsabteilung Kommunikation & Mitglied der Lenkungsgruppe



 
Aus dem Prozess. 
Synodalkreis stärkt Pastorale Räume.

 

Ein breit wirkender Reformprozess soll die Wirksamkeit des pastoralen Anliegens auch künftig professionell und zielorientiert ermöglichen. Aus diesem Grund hat der Synodalkreis beschlossen, dass Freiheit, Begegnung und Ermöglichung die Grundlage jeglichen Handelns im Pastoralen Raum sein sollen. Auf dieser Ebene liegt auch die Verantwortung für die Ressourcensteuerung und -sicherung der Kirchensteuermittel. Zudem wird die Leitung über multiprofessionelle Teams erfolgen. Die geplante Neugliederung in Pastorale Räume wird auf der Synodalversammlung Ende März 2022 im Plenum vorgestellt und mit allen anderen Ergebnissen von den Vertreterinnen und Vertretern der Diözesanen Räte diskutiert.


Die zweite Phase
des Veränderungsprozesses
‚Heute bei dir‘ ist auf der Zielgeraden


In den vergangenen Wochen hat der Synodalkreis intensiv und konstruktiv über die Ergebnisse der Basis-AG 3 beraten, die sich mit der Neuausrichtung der Pastoralen Räume im Bistum Aachen auseinandergesetzt hat. Auch wenn die Eckpunkte nun gesetzt sind: alle hier vorgestellten Zahlen, Daten und Fakten sind Teil einer vorläufigen Beratungsvorlage, die auf der Synodalversammlung Ende März einem Plenum vorgestellt wird. Diese wird dort mit allen anderen Ergebnissen von den Vertreterinnen und Vertretern der Diözesanen Räte diskutiert. Die Ergebnisse der Basis-AG 3 werden anschließend – wie im Kirchenrecht vorgesehen – im Diözesanpriesterrat und im Diözesanpastoralrat abschließend besprochen und dem Diözesanrat der Katholiken zur Stellungnahme vorgelegt. Erst dann wird der Bischof endgültig entscheiden.
Orte von Kirche

„Kirche bindet sich nicht allein an herkömmliche und traditionelle Orte, Räume und Formen, sondern an Orte, die die Menschen in ihrem Glauben ansprechen und ihren Bedürfnissen gerecht werden." 

„Die Kirche versteht ihr Handeln deutlicher als bisher als Handeln in der und für die Gesellschaft. So können andere Menschen, Fragen, Themen, vielleicht sogar neue Orte von Kirche entdeckt werden." (Basisarbeitsgruppe „Orte von Kirche“)

Bei seinen Beratungen zu allen Vorlagen hat sich der Synodalkreis von Überlegungen zum wirksamen Ausbau der pastoralen Aufgaben in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in unserem Bistum leiten lassen.

Bis zum 1. Januar 2024 soll die neue territoriale Struktur auf der Basis umfangreicher Analysen gebildet sein.

Ab dem 1. Januar 2024 wird ein Prozess zur Errichtung von künftig acht bis 13 Pfarreien erfolgen, in denen sich die Pastoralen Räume widerspiegeln. Als spätester Termin der Umsetzung ist der 1. Januar 2028 vorgesehen.

In den Pfarreien wird auf Grundlage des Kirchenrechts eine synodale Teilhabe am Leitungsamt des Pfarrers für ein Team ermöglicht.

Dieses gesamte Maßnahmen- und Strategiebündel erfordert die Klärung zahlreicher Schritte bis zum 31. Dezember 2022. Dazu gehören unter anderem:
  • die Klärung der Rechtsstruktur des Pastoralen Raums, die Klärung der Beteiligung
  • die Entwicklung eines Beratungsdesigns zur Unterstützung und Umsetzung
  • die Eruierung des finanziellen, personellen und infrastrukturellen Potenzials
  • die Entwicklung einer Einsatz- und Qualifizierungsplanung für das Pastorale Personal.
Leitung und Geschlechtergerechtigkeit

„Ziel ist eine gendergerechte Kirche, in der alle Menschen das Recht haben, sich frei und offen zum eigenen Geschlecht, der sexuellen Identität, Orientierung und Lebensform zu bekennen; ihnen entstehen daraus keine Nachteile. Gendergerechtes Handeln ist in allen Bereichen kirchlichen Lebens selbstverständlich.“ (Basisarbeitsgruppe „Geschlechtersensile Haltung“)

Als strukturelle Zielsetzung definiert der Kreis, 50 am Sozialraum orientierte Pastorale Räume zu bilden, die in ihrer regionalen und lokalen Ausgestaltung mit vielfältigen Orten von Kirche ein sinnhaftes Angebot gestalten sollen. Das Ziel: Nähe, Weite als auch Tiefe in der Pastoral zu erreichen. Die Beschlüsse eröffnen neue Gestaltungsspielräume, neue Leitungs- und Führungsmodelle und kommen der Erwartungshaltung der Mitglieder unserer Kirche nach: Führung, Beteiligung und Partizipation von Priestern, Haupt- und Ehrenamtlichen - Frauen wie Männern - glaubwürdig umzusetzen. Auch hier gilt: die geplante Neugliederung in Pastorale Räume wird auf der Synodalversammlung Ende März 2022 im Plenum vorgestellt und mit allen anderen Ergebnissen von den Vertreterinnen und Vertretern der Diözesanen Räte diskutiert.
"Keinen kleinteiligen
Flickenteppich bedienen."
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Katrin Hohmann im Interview

Die Erwartungen an mögliche neue Strukturen sind enorm. Im Interview erläutert Synodalkreis-Mitglied und Pastoralreferentin Katrin Hohmann, wie sich die Pastoral im Bistum Aachen aufstellen sollte, um zukunftsfähig sein zu können und welche Formen von Partizipation am besten gelingen. 

Die Erwartungen an die zukünftigen Strukturen sind extrem hoch. Viele Engagierte haben Sorge vor zu großen Einheiten. Was möchten Sie diesen Menschen sagen?

Diese Sorge habe ich bei einem Treffen mit der Eilendorfer Initiative „Kirche bleibt hier“ deutlich gespürt. Ich habe ihre Ängste und Befürchtungen gehört und kann sie gut nachvollziehen. Dennoch: Damit sich die Pastoral im Bistum Aachen zukunftsfähig aufzustellen kann, müssen meiner Meinung nach neue Formate, Strukturen, Gremien und Leitungsformen umgesetzt werden, um überhaupt noch Pastoral möglich zu machen. Hier stehen wir in einem großen Spannungsfeld.

Was macht aus ihrer Sicht dieses Spannungsfeld aus?

Wir können nicht länger einen kleinteiligen Flickenteppich bedienen, der nicht mehr zukunftsfähig ist. Wir haben Gemeinschaften der Gemeinden, die kaum noch Gremien besetzen können und zu viele vakante Pfarren. Das führt an vielen Stellen zu Überforderungen. Aus dieser Situation heraus überlegen wir, wie wir eine Struktur aufstellen können, die für alle Beteiligten überhaupt noch zu bewältigen ist.

Wie sollte diese Struktur ihrer Meinung nach aussehen?

Wir wollen auf der unteren Ebene nichts kaputt machen, aber wir müssen schauen, wie wir Kirche so gestalten können, dass sie lebensfähig ist und vor allem auch bleibt. Gerade mit Blick auf zukünftige Leitungsmodelle haben wir festgestellt, dass sich diese in einem „Pastoralen Raum“ viel freier gestalten und auch umsetzen lassen als auf der Pfarrebene.

Wie kann ihrer Meinung nach Beteiligung am besten gelingen?

Viele Menschen wollen mehr Beteiligung und Partizipation. Sie sind bereit, nicht nur zu beraten, sondern auch Verantwortung zu übernehmen. Dies kann aufgrund des Kirchenrechts auf der Pfarrebene nur in Ausnahmefällen erfolgen. Deshalb liegt unser Augenmerk auf dem Pastoralen Raum, in dem wir verschiedene Leitungsmodelle möglich machen wollen. Außerdem gibt es viele neue Formate und Orte von Kirche, die in der bisherigen Struktur wenig Berücksichtigung fanden. Da schaue ich besonders auf die jüngeren Generationen, die sich nicht mehr an eine Pfarre binden, sondern neue Formen jenseits des bisherigen Pfarrsystems suchen und entwickeln. Darin sehe ich eine große Chance.

"Strukturelle Grundlagen schaffen."
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3 Fragen an MartinTölle

Martin Tölle, Ökonom des Bistums Aachen, ist als Mitglied des Synodalkreises von Anfang an bei den Diskussionen mit dabei. Nun geht der Beratungs-Marathon auf seine Zielgerade. In einem kurzen Interview spricht er über die Wichtigkeit von Leitungs- und Entscheidungsbefugnissen für die künftige Umsetzung des Transformationsprozesses. 

Wie lässt sich aus Ihrer Sicht die geplante territoriale Grundstruktur mit Leben füllen?

Damit die inhaltlichen Richtungsentscheidungen und angestrebten Haltungsänderungen des „Heute bei Dir“-Prozesses an allen Orten der Kirche im Bistum Aachen wirksam werden können, braucht es sowohl handlungsfähige Personen als auch Leitungsgremien. Diese benötigen dann finanzielle, personelle und infrastrukturelle Ressourcen, um im Sinne der Beschlüsse des „Heute bei Dir“-Prozesses wirken zu können.

Was muss auf diesem Weg zuerst angegangen werden?

Die strukturellen Grundlagen einschließlich der Leitungs- und Entscheidungsbefugnisse sollten in ein bis zwei Jahren geschaffen werden. Einhergehend mit der Umsetzung dieser richtungsweisenden Beschlüsse müssen zudem konkrete Konzepte bzw. Maßnahmen, insbesondere durch das Bischöfliche Generalvikariat, entwickelt und in Abstimmung mit den bestehenden Gremien auf den Weg gebracht werden.

Der Pastorale Raum soll zukünftig auch die Realisierung eines ökologisch-sozialen und nachhaltigen Wirtschaftskonzepts sicherstellen. Wie kann dies gelingen?

Ohne die strukturellen Grundlagen einschließlich der Leitungs- und Entscheidungsbefugnisse ließe sich beispielsweise kein klimaneutraler Gebäudebestand erreichen, wie er in der Beschlussvorlage zur Nachhaltigkeit angestrebt wird. Ein derartiges Ziel erfordert mittel- und langfristige Pastoral- und Immobilienkonzepte sowie erhöhte Sanierungsraten für bestehende Gebäude. Die dazu notwendigen gravierenden Entscheidungen und Umsetzungsmaßnahmen sind nur in klaren und handlungsfähigen Strukturen möglich.

Atempause.

Geistlicher Impuls.

Kirche heute


bist du, bin ich
ist er, sie, * und es
sind wir, sind sie
seid ihr.
 
Menschen sind
die Steine
die Orte von Kirche
die pastoralen Räume
in denen Verbindungen geknüpft werden –
über und zwischen die Steine.
 
verbunden durch Christus
– den Eckstein –
von den Bauleuten verworfen.
 
die Pfarrei trägt:
ecclesia im Zwischenraum.

durchscheinend
für Gott und sein Reich.

durch uns, die Steine, hindurch
können alle lesen,
wann Kirche von morgen geschieht:

im Lesen zwischen den Steinen.

Katharina Veltmann

 

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... erscheint am 11.02.2022.

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Was ist der "Heute bei dir"-Prozess?

Der "Heute bei dir"-Prozess ist ein Veränderungsprozess im Bistum Aachen, der zur Beteiligung einlädt. Im gemeinsamen Gespräch zwischen Gläubigen, Experten und kirchlichen Mitarbeitenden werden konkrete Handlungs-Impulse entwickelt, um eine Kirche der Zukunft wahrwerden zu lassen. Der Begriff "Heute bei dir" geht auf die Begegnung Jesu mit dem Zöllner Zachäus zurück, bei welchem Jesus einkehrt. Er drückt das Anliegen aus, als Kirche aktiv auf die Menschen zuzugehen und in ihrer Lebenswirklichkeit einzukehren. 

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